Stickstoff-Düngung

 

 

Hufflattich

Hufflattich

N-Dünger

Die erste Stickstoffgabe sollte zu Vegetationsbeginn erfolgen, meist liegt dieser Anfang bis Mitte März. Zu diesem Zeitpunkt blühen die Forsytien und der Huflattich (Abb. 7) Stickstoff (N) gehört zu den wichtigsten Pflanzenbausteinen. Er dient zum Aufbau von Eiweiß und Blattgrün und beeinflusst damit alle Stoffwechselvorgänge in den Pflanzen. Die Pflanzen nehmen Stickstoff zum einen über das Ammonium-Ion (NH4+) und zum anderen als Nitrat-Ion (NH3-) auf. Es bestehen relativ große Unterschiede in der Wirkungsgeschwindigkeit der Stickstoffdünger. Die Nitratdünger wirken schnell, die Ammonform wirkt langsam.

Stickstoff kann nicht auf Vorrat gedüngt werden, da er von den Pflanzen schnell aufgenommen oder ausgewaschen wird und dann zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr zur Verfügung steht. Daher ist es notwendig, die erforderlichen Düngermengen auf mehrere kleine Gaben zu verteilen und die Pflanze so während der gesamten Vegetationszeit zu versorgen. Dies gilt besonders für die schnell wirksamen Dünger.

Stickstoffdünger:

sofort wirksam sind Nitratdünger z.B. Kalksalpeter 15,5% N,

schnell und nachhaltig wirken Ammonnitratdünger z.B.

27% (N)22% N, 7% MgO26% (N)Flüssigdünger mit 360g N/l
Stickstoffdünger
Kalkammonsalpeter (KAS)
Stickstoffmagnesia
Ammonsulfatsalpeter
Ammonnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL)

langsam und nachhaltig wirken

21% (N)46% (N)21% (N)
Stickstoffdünger
Kalkstickstoff
Harnstoff
Schwefelsaures Ammoniak

Der in der Weidedüngung am meisten gebrauchte Stickstoffdünger ist KAS. Er enthält zur Hälfte die langsam wirkende Ammonform und zur Hälfte die schnell wirkende Nitratform. Er verhält sich dem pH-Wert des Bodens gegenüber neutral. Durch seine große Körnung ist es ein praktischer Dünger der über den Schleuderstreuer ziemlich gleichmäßig ausgebracht werden kann. Relativ kostengünstig ist der Harnstoffdünger, er senkt jedoch den pH-Wert des Bodens. Die sehr feine Körnung bereitet beim Ausbringen manchmal Schwierigkeiten. An zu intensiv gedüngten Stellen, z.B. bei Überlappungen, kommt es zu Verätzungen der Pflanzen.

Vorsicht ist geboten beim Einsatz von Kalkstickstoff, da er bei der Umwandlung eine giftige Cyanamidphase durchläuft. Er darf daher nur im sehr zeitigen Frühjahr ausgebracht werden. Die positive Wirkung beim pulverförmigen Kalkstickstoff liegt darin, dass ein Großteil der Unkrautsamen und Wurmlarven abgetötet werden. Dies ist besonders wichtig nach einem sehr milden Winter. Tab. 6 Beispiel eines Düngeplans

Weidefür Heu-, Silageschnitt
März1 bis 2 dt KAS3 bis 4 dt KAS
Mai1 bis 2 dt KAS3 dt KAS
Juni1 dt KAS2 dt KAS
Juli1 dt KAS 
August0 - 1 dt KAS 
Summe108-189 kg N216 -243 kg N

Es muss immer nach der Nutzung gedüngt werden, bei reiner Weideführung immer vor der Düngung umtreiben! Durch die Düngung muss der Boden in eine optimale Gehaltsstufe (Klasse C) gebracht werden. Wenn ein Boden in dieser Klasse liegt, dann muss noch so viel gedüngt werden, wie mit der Pflanzenmasse heruntergeholt wird (nach Entzug). Diese Leistung ist relativ einfach zu ermitteln bei einer Wiese. Schwieriger ist es bei einer Weide, da hier Nährstoffe über Kot und Harn zurückgeführt werden.

Bei Düngung auf Entzug gilt als grobe Faustzahl: N : P : K = 2 : 1 : 2 z. B. 100 kg N, 50 kg P2O5, 100 kg K2O

 

 

 

 

Wachstum

Wachstumskurve

Wachstumskurve

Die Düngung und Nutzung der Weide müssen sich dem Verlauf der Wachstumskurve anpassen. Dies ist die Kunst der richtigen Weideführung. Im Mai haben wir den höchsten Aufwuchs und somit immer einen Grasberg.

Es muss von Betrieb zu Betrieb unterschieden werden, wie das Grünland genutzt wird. Ein Betrieb, der nur Pferdehaltung hat und weder Heu noch Silage selber macht, sollte um den Grasberg im Frühjahr gering zu halten, keinen oder nur wenig Stickstoff streuen. Erst im Juli bis August, wenn das Wetter es zulässt (d.h. nicht bei Trockenheit) Stickstoff düngen (um 40 kg/ha). Im Spätsommer kann die Weide dann teilweise nur als Auslauf genutzt werde, so dass zugefüttert werden muss. Bei dieser Art der Weideführung wird die Grasnarbe meist überbeansprucht, so dass einige Stellen sehr tief verbissen werden, während die Geilstellen sich stark ausbreiten. In einigen Jahren werden sich die Unkräuter breit machen, so dass der Nutzungswert abnimmt. Hier kann durch Reparatursaaten teilweise die Weide verbessert werden, oft hilft aber nur eine Neuansaat.

Betriebe mit ausreichender Grünlandfläche müssen im Frühjahr einen größeren Teil der Fläche für die Gewinnung von Grundfutter aus der Beweidung herausnehmen. Diese Flächen können stärker gedüngt werden (80 kg N/ha). Nach der Schnittnutzung kann das Grünland je nach Intensität mit 40 – 60 kg N nachgedüngt werden, um später, wenn das Futter auf den anderen Weiden knapper, wird auch mit für die Pferde genutzt zu werden. Für den sinnvollen Düngereinsatz gibt es eine Obergrenze. In Versuchen zeigt sich, dass eine N-Gabe von über 200 kg N/ha zu keiner Ertragssteigerung beim Grünland führt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht muss die Grenze bei einer geringeren Menge von 180 kg liegen, da der Mehrertrag die entstehenden Düngerkosten nicht mehr deckt. Dies wird als Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs bezeichnet. Ziel ist es, nicht den höchsten Ertrag, sondern den optimalen Ertrag zu erwirtschaften.